未成曲调

哈哈哈我也是迷之喜欢凹凸!

Elf:

继续存档凹凸的访谈,因为小队的缘故,对凹凸有种迷之喜欢XDD




Andreas Ottl: "Möchte Teil dieser Geschichte sein"


Von Herbert Schmoll


11. August 2012 12:06 Uhr


Neuzugang Andreas Ottl traut dem FC Augsburg viel zu in dieser Saison. Zu seinem ehemaligen Trainer otto Rehhagel fällt ihm allerdings nicht viel ein. 



Hallo Herr Ottl. Sie sind jetzt seit gut sechs Wochen beim FC Augsburg. Wie sind Ihre Eindrücke?


Ottl: Es hat sich das bestätigt, was ich mir erhofft habe, die Mannschaft besitzt einen guten Charakter. Meine Mitspieler machen es mir sehr einfach, ich wurde vom Team sehr gut aufgenommen. Es macht Spaß, hier zu spielen.


Sie kommen aus der Metropole Berlin ins eher beschauliche Schwabenland. Haben Sie von der Stadt schon etwas gesehen?


Ottl: Ich komme ja aus München, habe mit den Bayern schon hier gespielt. Deshalb ist Augsburg für mich auch kein Neuland. Ich habe mit meiner Freundin eine schöne Wohnung gefunden. Wir fühlen uns jedenfalls sehr wohl.


Sportlich haben Sie schwere Zeiten hinter sich, sind mit der Herthaabgestiegen. Haben Sie den Schock schon verdaut?


Ottl: Die Sommerpause war ja sehr lang. Da fiel es mir leichter, Abstand zu gewinnen und diese Dinge zu verarbeiten. Das Kapitel Hertha habe ich abgehakt.


Sie standen bei einigen Klubs auf der Wunschliste. Warum haben Sie sich für den FC Augsburg entschieden?


Ottl: Weil der FCA ein ambitionierter Verein ist. Zwar mit einer jungen Bundesliga-Geschichte, aber mit langer Tradition. Als Münchner habe ich die Entwicklung in Augsburg immer verfolgt. Was hier in den vergangenen Jahren entstand, ist beeindruckend. Von der Mannschaft über das Stadion bis hin zu den Fans. Ich wollte und möchte ein Teil dieser Geschichte sein.


Die FCA-Anhänger glauben an eine gute Saison der Mannschaft, bundesweit tippen viele Fans auch heuer wieder auf einen Abstieg aus der Bundesliga. Was trauen Sie dem Team zu?


Ottl: Unsere Zielsetzung ist ganz klar und lautet Klassenerhalt. Das ist, so glaube ich, durchaus realistisch. Wir legen in der Vorbereitung gerade den Grundstein für ein erfolgreiches Abschneiden. Grundsätzlich muss man allerdings sagen, dass es in der Bundesliga wohl auch in der kommenden Runde wieder sehr eng zugehen wird.


Sie selbst sind im Defensivbereich vielseitig einsetzbar. Was ist Ihre Lieblingsposition?


Ottl: Das ist klar. Ich möchte im zentralen Mittelfeld den etwas defensiveren Part spielen.


In Berlin haben Sie zuletzt unter Trainer-Ikone Otto Rehhagel gespielt, jetzt ist mit Markus Weinzierl ein ganz junger Trainer Ihr Chef. Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen beiden?


Ottl: Nicht nur wegen des Altersunterschiedes kann man sie nicht miteinander vergleichen. Otto ist eben Otto. Markus Weinzierl hat gute Ideen, besitzt eine Philosophie. Er versucht, uns jeden Tag im Training weiterzubringen und arbeitet sehr akribisch.


Weg vom Fußball. Wie verfolgen Sie die Olympischen Spiele?


Ottl: Ich bin sehr sportbegeistert, schaue mir im Fernsehen sehr viel an und fiebere natürlich mit den Athleten mit.


Letzte Frage. Wer wird deutscher Meister?


Ottl: Ich gehe von einem Zweikampf zwischen Dortmund und den Bayern aus. Vielleicht kommt Schalke noch dazu. Nach den beiden verkorksten Jahren stehen die Münchner ziemlich unter Druck. Ich hoffe, dass die Schale wieder nach München kommt.






EX-BAYER IM INTERVIEW


Ottl auf Vereinssuche: „China ist hochinteressant“


Interview: Florian Bogner


02.10.2014 - 16:43


http://www.transfermarkt.de/ottl-auf-vereinssuche-bdquo-china-ist-hochinteressant-ldquo-/view/news/174521


Andreas Ottl (29, Foto) ist seit Anfang Juli auf der Suche nach einem neuen Verein. Im Interview mit Transfermarkt.de spricht der ehemalige Spieler des FC Bayern über den Schwebezustand als vertragsloser Spieler, das Missverständnis Augsburg und erklärt, warum ihn ein Job in China reizen würde.


Transfermarkt.de: Hallo Herr Ottl, wo erreichen wir Sie?


Andreas Ottl: Zuhause, in München.


Transfermarkt.de: Mit 29 im besten Fußballeralter, aber nun vereinslos. Traf Sie das unerwartet?


Ottl: Dass mein Vertrag ausläuft, war mir ja bekannt. Man hofft, dass man schnell einen neuen Verein findet. Es gab Angebote. Aber bis dato war nichts dabei, das zu hundert Prozent gepasst hätte.


Transfermarkt.de: Ihr Berater Roman Grill sagte uns: ‚Der Andi weiß nicht so recht, was er will.‘ Hat er Recht?


Ottl: (überlegt kurz) Ich glaube schon, dass ich es weiß. Aber mit 29 Jahren muss man sich genau überlegen, was man macht. Und nicht einfach irgendwo unterschreiben. Es müssen mehrere Faktoren zusammenpassen. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber: Ich will mich nicht nur fußballerisch weiterentwickeln.


Transfermarkt.de: Wie meinen Sie das?


Ottl: Ich würde gerne meinen Horizont erweitern, eine neue Sprache lernen. Italien, Spanien, Griechenland – das sind Kulturen, die mich reizen. Auch die USA oder China fände ich für zwei Jahre hochinteressant. Der finanzielle Aspekt ist mir dabei gar nicht mal so wichtig.


Transfermarkt.de: Was reizt Sie an China?


Ottl: Ein anderer Kontinent, eine komplett andere Kultur, ein komplett anderer Alltag. Für uns ist es aus der Ferne schwer zu begreifen, welche Möglichkeiten Chinas Wirtschaft für Europa bietet. Ich habe mich vor zwei Jahren mal mit ‚Zwetschge‘ (Zvjezdan Misimovic, Anm. d. Red.) unterhalten, den ich aus gemeinsamen Amateurzeiten kenne. Ihm gefällt’s glaube ich ganz gut in China. Leider war für mich noch nicht das passende Angebot dabei.


Transfermarkt.de: Eine Spur führt zu Chievo Verona.


Ottl: Das stimmt, über den genauen Stand kann aber nur mein Berater etwas sagen. Ich weiß nur, dass es bis jetzt nicht zustande gekommen ist.


Transfermarkt.de: Für den FC Augsburg waren Sie 2013/14 nicht einmal zum Einsatz gekommen.


Ottl: Heute muss ich sagen: Der FCA und ich – das hat irgendwie nie zusammengepasst.


Transfermarkt.de: Woran lag’s?


Ottl: Am Anfang war die Erwartungshaltung an mich als ehemaligen Spieler des FC Bayern sehr groß. Als sich dann nicht gleich der gewünschte Erfolg eingestellt hat und Verletzungen dazu kamen, war ich raus. Und als es mit den Ergebnissen wieder aufwärts ging, gab es keinen Weg zurück ins Team. Es war irgendwann einfach Fakt, dass ich nicht mehr zum Einsatz kommen werde. Der Erfolg wurde mit anderen Namen in Verbindung gebracht, nicht mit mir.


Transfermarkt.de: Schwingt da Kritik an Trainer Markus Weinzierl mit?


Ottl: Nein, überhaupt nicht. Ich kann nur für meinen Teil sagen, dass ich mich immer tadellos verhalten habe. Aber irgendwann merkt man ganz einfach, dass man nicht mehr gebraucht wird.


Transfermarkt.de: Wie sieht Ihr Alltag derzeit aus?


Ottl: Ich stehe früh auf und mache zweieinhalb Stunden Sport nach einem Wochenplan, den ich mir selbst zusammenstelle. Ich habe hier den Olympiapark und einen Sportplatz direkt um die Ecke. Auch Krafttraining ist kein Problem. Ich habe alle Möglichkeiten.


Transfermarkt.de: Haben Sie einen Fitnesstrainer engagiert?


Ottl: Nein. Nach acht Jahren Profi-Fußball weiß ich, was ich brauche, um fit zu bleiben.


Transfermarkt.de: Wie geht’s im Tagesplan weiter?


Ottl: Nach dem Sport geht’s ins Büro meiner Freundin. Sie hat sich vor kurzem selbstständig gemacht, führt einen Online-Store im Wohn- und Einrichtungsbereich. Da durchlaufe ich momentan ein paar Abteilungen, helfe mit, bilde mich weiter – was mir sehr viel Spaß macht. Es gibt auch noch ein Leben nach dem Fußball. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, danach etwas anderes zu machen.


Transfermarkt.de: Klingt so, als ob Sie gerne über den Tellerrand des Fußballs hinaussehen.


Ottl: Fußball ist ein ganz wichtiger Bestandteil meines Lebens – aber eben nicht alles. Ich meine, dass ich so meine aktuelle Situation realistischer beurteilen und nüchterner betrachten kann.


Transfermarkt.de: Wann hatten Sie zuletzt einen Ball am Fuß?


Ottl: Vor zwei Tagen. Ab und zu nehme ich meinen Bruder (Christoph, Anm. d. Red.) mit und spiele mit ihm ein paar Pässe. Oder ich beschäftigte mich zwischen meinen Läufen mit dem Ball. Ich bin in der Zwischenzeit nicht zum Marathonläufer geworden.


Transfermarkt.de: Informieren Sie sich aktiv über Angebote?


Ottl: Ich telefoniere nicht täglich hektisch mit meinem Berater, aber wir haben ungefähr zweimal pro Woche Kontakt. Dann besprechen wir, welche Möglichkeiten sich aufgetan haben, ob sich vielleicht ein Verein gemeldet hat und wie ernsthaft diese Anfrage war.


Transfermarkt.de: Melden sich auch Ex-Kollegen?


Ottl: Es gibt ein paar, wie Mario Gomez oder Philipp Lahm, mit denen ich enger befreundet bin, und ab und zu telefoniere. Da kommt dann auch mal meine aktuelle Situation zur Sprache.


Transfermarkt.de: Sie klingen sehr entspannt. Aber ist eine solche Situation nicht auch irgendwann psychisch belastend?


Ottl: Klar mache ich mir meine Gedanken. Dieser Schnitt war schließlich nicht geplant. Warum ist es dazu gekommen? Welche Entscheidungen haben dazu geführt? Aber es geht mir deshalb nicht extrem schlecht. Ich habe ein gefestigtes Umfeld, das mich gut auffängt. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass sich mein Umfeld mehr Gedanken macht als ich mir selbst. Was wiederum ein schönes Zeichen ist, wenn man weiß, dass sich Freunde und Familie um einen sorgen.


Transfermarkt.de: Beschäftigen Sie sich konkret mit dem Thema Karriere-Ende?


Ottl: Nein, eigentlich nicht. Stand jetzt würde ich gerne noch zwei, drei oder auch vier Jahre weiterspielen. Ich bin von großen Verletzungen verschont geblieben, fühle mich fit, gesund, bin gut drauf. Ich bin bereit, weiter auf hohem Niveau Fußball zu spielen.




Andreas Ottl über Bayern, Augsburg und seine Vereinssuche


»Ich bin kein Gescheiterter«


VERÖFFENTLICHT: 13.12.2014


TEXT: Andreas Bock


http://www.11freunde.de/interview/andreas-ottl-ueber-bayern-augsburg-und-seine-vereinssuche


Einst spielte Andreas Ottl mit dem FC Bayern gegen Barcelona oder Real Madrid, zuletzt kam er in Augsburg nicht mehr zum Einsatz. Nun ist er auf Vereinssuche. Ein Interview über Träume, Scheitern und das heutige Derby.



Andreas Ottl, freuen Sie sich noch auf den Bundesliga-Samstag?
Ich schaue mir die Spiele immer gerne an. Aber Samstag, 15.30 Uhr, ist nicht mehr der wichtigste Termin der Woche, wie es die letzten acht oder neun Jahre war. Ich bin ja momentan auf Vereinssuche.
 
Abgesehen von Ihrer persönlichen Situation: Ist die Bundesliga nicht schrecklich langweilig?
Der eine oder andere mag es so sehen, doch mir macht es Spaß, den FC Bayern zu beobachten, zu sehen, wie stark das Team geworden ist. Da ist es mir fast egal, dass es nicht mehr den Zwei- oder Dreikampf gibt wie noch vor einigen Jahren.
 
Früher wurden andere Teams stark, wenn die Bayern Fehler machten. Das Problem: Die Bayern erlauben sich seit drei Jahren keine Fehler mehr. Kann es in naher Zukunft überhaupt mal wieder einen Zweikampf geben?
Der FC Bayern hat natürlich sehr gute finanzielle und strukturelle Voraussetzungen geschaffen, um in den nächsten Jahren weiterhin die Liga zu dominieren. Selbst in Europa gibt es kaum noch Mannschaften, die dem Team gefährlich werden können. Trotzdem wird es auch mal wieder spannend werden.
 
Wer könnte den Bayern denn Paroli bieten?
Es gibt durchaus Klubs, die ein ähnliches finanzielles Potenzial haben und die Bayern in Zukunft zumindest ärgern können. Ich denke da an Wolfsburg oder auch RB Leipzig. Zudem wird es bei den Münchenern in den nächsten Jahren einen großen Umbruch geben, Franck Ribery, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Arjen Robben werden nicht jünger, und man darf gespannt sein, wie der Klub das Ausscheiden dieser Führungsspieler meistert.
 
Welche Unterschiede sehen Sie zwischen dem FC Bayern 2014 und dem FC Bayern 2006, mit dem Sie erstmals Meister wurden?
Das ist schwierig zu beantworten, denn der Fußball hat sich generell sehr stark weiterentwickelt. Heute sind zum Beispiel die jungen Spieler durch die Nachwuchsleistungszentren wesentlich besser ausgebildet. Zudem ist der Kader in der Breite noch einmal besser geworden. Sie können beim FC Bayern fast jeden Spieler nahezu gleichwertig ersetzen. Auch deshalb kann sich eigentlich niemand zurücklehnen. Das ist auch ein Grund, weshalb die Spieler selbst nach dem erfolgreichen WM-Sommer weiterhin so ehrgeizig und erfolgshungrig sind.
 
Würde der Nachwuchsspieler Andreas Ottl auch heute in die erste Elf berufen werden?
Warum nicht? Spieler aus der eigenen Jugend bekamen beim FC Bayern immer ihre Chancen – zumindest dann, wenn sie die entsprechende Leistung zeigten. Früher hatten wir Owen Hargreaves, Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger. Zuletzt Toni Kroos, Thomas Müller oder Diego Contento. Aktuell Pierre-Emile Höjbjerg.
 
Aber Spieler wie Contento oder Höjbjerg konnten sich bislang nicht dauerhaft durchsetzen. Ist die Star-Dichte zu groß?
Natürlich hat ein Nachwuchsspieler ein anderes Standing als ein Neueinkauf, der sich bereits bei einem anderen Verein etabliert hat. Und natürlich ist es ein steiniger Weg, wenn man das Ziel hat, bei einem der besten Klubs der Welt in der ersten Elf zu spielen. Dennoch: Es wird immer mal wieder einen Spieler geben, der es schafft.
 
Und all die anderen?
Die haben andere Möglichkeiten. Für mich sind sie auch nicht gescheitert, denn als Profi Stammspieler beim FC Bayern zu werden, ist nicht die Normalität.
 
Sie haben auch mal das Etikett des Gescheiterten bekommen. Wie sehen Sie sich?
Ich sehe mich nicht als gescheitert. Ich hatte eine gute Karriere beim FC Bayern. Ich habe sechs Jahre bei den Profis gespielt, Titel gewonnen und über 130 Pflichtspiele gemacht. Es ist nicht Normalität, beim FC Bayern über acht oder zehn Jahre in der ersten Elf zu spielen. Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger sind Ausnahmen. Die aller meisten Profis wechseln den Verein während ihrer Laufbahn mehrfach. 
 
Am Samstag spielt der FC Bayern beim FC Augsburg, immerhin eine von zwei Mannschaften, die den Bayern in der vergangenen Saison eine Niederlage beibrachte. Mittlerweile wird der FCA als Europa-League-Kandidat gehandelt. Überrascht?
Klar. Kaum ein Fußballexperte hätte die Mannschaft nach dem 14. Spieltag auf Platz drei der Tabelle vermutet. Augsburg hatte zuletzt einen guten Lauf und ist definitiv die Mannschaft der Stunde.
 
Haben Sie eine Erklärung dafür?
Markus Weinzierl stellt die Mannschaft sehr gut auf die Gegner ein, zudem gibt es sieben oder acht Spieler, die schon lange zusammenspielen und einen stabilen Kern bilden. Die Mannschaft ist nicht wegen der individuellen Klasse ihrer Spieler so erfolgreich, sondern wegen des Teamgeistes. 
 
Werden die Augsburger wieder einen Sieg erringen?
Sie werden es den Bayern auf jeden Fall schwermachen, denn die Mannschaft ist extrem heimstark (der FCA hat fünf von sechs Heimspielen gewonnen, d. Red.) und ein unangenehmer Gegner. Ich tippe dennoch auf ein 3:1 für Bayern. Da bin doch zu sehr Münchner. (lacht)


»Ex-Bayern-Spieler«: Fluch oder Segen?


Sie standen zwischen 2012 und 2014 beim FCA unter Vertrag, machten aber nur 13 Spiele. Was lief schief?
Zunächst war die Erwartungshaltung sehr hoch, schließlich war ich der Spieler mit Champions-League-Erfahrung und drei Meisterschaften vom großen Nachbarschaftsrivalen. Dann hatten wir einen sehr holprigen Saisonstart (der FCA stand nach 14 Spieltagen auf Platz 18, d. Red.). Kurze Zeit später verletzte ich mich. Als ich zur Rückrunde wieder fit war, lief es besser, und ich hatte es schwer, wieder in die Mannschaft zu kommen. In der darauf folgenden Saison verpasste ich den Saisonstart wieder verletzungsbedingt, danach fand ich keine Berücksichtigung mehr.
 
Ist die Etikette »Ex-Bayern-Spieler« Fluch oder Segen?
Das ist sehr typabhängig. Die Vergangenheit hat aber schon gezeigt, dass es viele Ex-Bayern-Spieler schwer haben bei neuen Vereinen. Die Erwartungshaltung ist naturgemäß sehr hoch. Ich würde es dennoch nicht als Fluch bezeichnen. Letztendlich ist es doch was Tolles, mal beim FC Bayern gespielt zu haben.
 
Sie sind 29 Jahre alt und haben momentan keinen Verein. Machen Sie sich nicht Sorgen?
Nein. Ich hatte ja mehrere Angebote, habe mich aber dagegen entschieden, denn ich wollte warten, bis es richtig passt. Ich möchte gerne den Schritt ins Ausland machen. Eine neue Kultur, neue Sprache und einen neuen Fußball kennenlernen.
 
Manuel Friedrich ist kürzlich nach Indien gegangen. Wäre das was für Sie?
Das ist ja nur eine Kurzzeitliga. Ich könnte mir aber durchaus auch etwas außerhalb von Europa vorstellen, die MLS in den USA zum Beispiel oder auch China. Es geht mir dabei auch nicht primär ums große Geld, sondern eher darum etwas zu finden, das mich persönlich weiterbringt und wo ich noch drei oder vier Jahre spielen kann.
 
Wie halten Sie sich momentan fit?
Ich mache seit dem Sommer mein Trainingsprogramm, also fünf bis sechs Einheiten die Woche. Cardio, Ausdauer, Ball- und Techniktraining. Ich bin also körperlich topfit und könnte jederzeit in ein Mannschaftstraining einsteigen. Aber ich bräuchte natürlich ein bis zwei Wochen, um wieder den Rhythmus des Fußballs aufzunehmen.
 
Herr Ottl, gibt es Spiele in Ihrer Karriere, von denen Sie heute noch träumen?
Ich bin kein Nostalgiker, daher eigentlich nicht. Doch natürlich gibt es ein paar Spiele, die schöner waren als andere. Die Champions-League-Partien gegen Barcelona, Madrid oder Mailand. Oder mein Bundesligadebüt in Leverkusen, als Felix Magath in der Halbzeitpause zu mir sagte: »Mach dich fertig!«
 
Und Momente?
Sicherlich die Meisterschaften mit dem FC Bayern. Aber auch der Nichtabstieg mit dem 1. FC Nürnberg war eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen will. Ich schaue mir diese ganzen Sachen trotzdem nicht täglich bei Youtube an und habe mir auch keine großformatigen Fotos von den Erfolgen an die Wand gehängt. Wenn Sie in meine Wohnung blickten, würden Sie nicht mal ahnen, dass ich Fußballprofi bin.




FUSSBAL"Ich war schon immer anders"


INTERVIEW: CATHRIN GILBERT


16 Februar 2015  16:29 Uhr


http://www.zeit.de/2015/04/andreas-ottl-fussball-arbeitslos-vertrag


Seit Mai 2014 ist Andreas Ottl, 29, arbeitslos. Ein Gespräch mit dem ehemaligen Profispieler des FC Bayern München über ein Leben zwischen der Angst, den Anschluss zu verpassen, und der neu entdeckten Lust an der Freiheit.



DIE ZEIT:Herr Ottl, erinnern Sie sich noch an Ihr letztes Bundesligaspiel? 


Andreas Ottl: Da müssen Sie mir helfen, wann war das?


ZEIT: Am 8. März 2013, Augsburg spielte gegen Nürnberg.


Ottl: So lange ist das schon her?


ZEIT: Augsburg verlor 1 : 2.


Ottl: Damals waren wir noch in der Orientierungsphase. Augsburg spielte erst das zweite Jahr in der Ersten Liga. Ich habe mich in den folgenden Monaten zweimal an den Bändern verletzt, nichts Schlimmes, aber die Ausfälle kamen zum falschen Zeitpunkt. Die Mannschaft hat sich während meiner Reha gefunden, wurde immer erfolgreicher.


ANDREAS OTTL


Ottl kam am 5. März 1985 in München zur Welt. Er begann im Alter von sechs Jahren beim Münchner Verein SV Nord Lerchenau Fußball zu spielen. Ab 1996 durchlief er die Jugendteams des FC Bayern München, 2002 wurde er in den Regionalliga-Kader der Bayern berufen. Der 1,85 Meter große defensive Mittelfeldspieler erhielt zu Beginn der Saison 2005/06 einen Profivertrag bei Bayern München, gewann dreimal die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. In der Hinrunde 2010/11 wurde er an den FC Nürnberg ausgeliehen, wechselte 2011/12 nach Berlin. Ottl musste die Hertha jedoch nach dem Abstieg verlassen und spielte bis zum Sommer 2014 in Augsburg.


ZEIT: Der Erfolg wurde nicht mit Ihnen in Verbindung gebracht.


Ottl: Nein, leider nicht. Ich stand für das Gegenteil: die überwundene Zeit des Misserfolgs. Dieses Image festigte sich im Umfeld und schließlich auch im Verein. Bald war abzusehen, dass mein Vertrag am Saisonende nicht mehr verlängert werden würde.


ZEIT: Pflegen Sie noch Kontakt zu Ihren damaligen Mitspielern?


Ottl: Nur noch zu dem ein oder anderen aus meiner Zeit bei Bayern München. Ich habe 16 Jahre bei Bayern gespielt, erst in der Jugend, dann bei den Profis. Der Verein ist mir ans Herz gewachsen, auch wenn ich schon lange nicht mehr dort bin. Es ist nicht einfach, als Fußballer Heimatgefühle zu entwickeln. Man lebt oft wie ein Nomade.


ZEIT: Warum haben Sie sich nach Ihrem Ausscheiden beim FC Augsburg zur neuen Saison nicht um einen Vertrag bei einem anderen Verein bemüht?


Ottl: Es gab Angebote. Aber ich wollte nicht. Ich habe innerhalb kurzer Zeit in München, Berlin, Nürnberg und Augsburg gespielt und überall wertvolle Erfahrungen gesammelt.


ZEIT: Welche sind das?


Ottl: Ich habe zum Beispiel Trainer und Mitspieler getroffen, die mit mir nicht zurechtkamen, habe gelernt, das nicht persönlich zu nehmen und immer weiterzukämpfen. Zuletzt war ich an einem Punkt angekommen, an dem ich herausfinden wollte, wie es ist, selber und allein zu entscheiden, wie es weitergeht. Frei von jeglichem Druck, äußere Erwartungen erfüllen zu müssen. Die Entscheidung, die ich mit 29 treffe, muss für meine Familie, meine Freundin, meine Freunde und mich stimmig sein.


ZEIT: Ein großes Risiko!


Ottl: Es war weiß Gott nicht einfach, Nein zu sagen. Ich wusste doch auch nicht, wie es werden würde, wenn ich erst mal keine Anstellung mehr haben würde.


ZEIT: Ist es schwer auszuhalten?


Ottl: Ich habe mich überraschend schnell damit arrangiert. Eigentlich erlebe ich ja nun einen schönen Alltag, einen, den ich bis jetzt noch nicht kannte. Ich fühle mich frei. Für mein Umfeld ist das schwierig zu akzeptieren. Meine Eltern machen sich viele Gedanken. Wenn man ein Kind hat, das so richtig in die Fußballwelt hineinwächst, dann leben alle dieses Leben zwangsläufig mit. Das fängt ja schon in der Jugend an. Ich hatte sechsmal wöchentlich Training und am Wochenende dann immer ein Spiel. Die Familie richtet sich komplett nach dem Fußball und nach dem Kind.


ZEIT: Und nun fragen sich Ihre Eltern, ob sich der Aufwand gelohnt hat?


Ottl: Nein, eher: Wie geht es unserem Kind? Wie verarbeitet er die neue Situation? Ist er traurig? Gibt er sich auf? Ich betrachte das relativ nüchtern. Mir geht es in der neuen Situation nicht schlecht, auch wenn Außenstehende das annehmen könnten.


ZEIT: Sind Sie nach neun Jahren im Profifußball finanziell unabhängig? Erhält ein arbeitsloser Fußballer Arbeitslosengeld wie ein normaler Angestellter?


Ottl: Da ich nie einen ausschweifenden Lebensstil gepflegt habe, bedeuten neun Jahre Profigehalt in jedem Fall eine solide Grundlage für eine entspannte Zukunftsplanung – im oder später auch außerhalb des Fußballs. Ich glaube, rein rechtlich würde mir, solange ich vereinslos bin, tatsächlich Arbeitslosengeld zustehen, aber ich habe mich damit nicht näher befasst und keines beantragt. Neue Aufgaben zu finden, die einen ähnlich fordern und erfüllen wie das Fußballspielen, ist das größere Thema nach so langer Zeit im Leistungssport.


ZEIT: Wie füllen Sie heute die Tage aus?


Ottl: Nach einem vierwöchigen Urlaub mit meiner Freundin bin ich im Sommer zeitgleich mit den aktiven Profis wieder ins Training eingestiegen. Ich halte mich fit, bin jetzt 29, wurde von großen Verletzungen verschont und möchte gern noch vier, fünf Jahre spielen.


ZEIT: Wie trainieren Sie?


Ottl: Nach Plan. Die Vorgaben, die ich mir mache, halte ich strikt ein. Ich trainiere sechsmal die Woche. Zwei-, dreimal in der Woche setze ich einen größeren Reiz, gehe an die Ausbelastung, während des Winters trainiere ich im Fitnessstudio, Stabilisationsübungen, Kräftigkeitsübungen; ich muss auf meinen Körper aufpassen, lasse ihn deshalb auch pflegen.


ZEIT: Und wo bleibt der Fußball?


Ottl: Dreimal pro Woche spiele ich mit meinem Bruder. Er ist auch ein Fußballer, in einem kleinen Verein. Ich muss das Ballgefühl behalten, wir machen Technikübungen. Ich darf den Rhythmus nicht verlieren. 


ZEIT: Starren Sie manchmal auf Ihr Handy und warten auf einen Anruf?


Ottl: So ist es noch nicht. Mir ist aber schon klar, dass es mit jedem Tag, der vergeht, schwieriger wird, wieder einen Job zu bekommen.


ZEIT: Schauen Sie sich noch die Sportschau an?


Ottl: Früher war jede Woche ausschließlich auf Samstag, 15.30 Uhr, ausgelegt. Diesen Druck habe ich nicht mehr. Ich habe noch nicht mal mehr das Verlangen, am Samstag Fußball zu schauen. Wenn meine Freundin sagt, wir fahren jetzt am Samstag in der Früh um zehn Uhr mit unserem Hund an den Tegernsee, gehen spazieren und danach noch mittagessen und kommen um 16.50 Uhr heim, ist das in Ordnung. Sie glauben gar nicht, wie schön es sein kann, selbst entscheiden zu können, ob man etwas macht oder nicht.


ZEIT: Schmerzt es Sie, mit dem aktuellen Fußballgeschehen konfrontiert zu werden?


Ottl: Vielleicht, ein bisschen. Momentan macht es mir mehr Spaß, mit meiner Freundin einen Onlineshop für Möbeleinrichtungen zu führen. Wir sind seit sechs Monaten online. Es war nicht geplant, dass ich da so aktiv mit einsteige.


ZEIT: Dann ist Ihre Auszeit für Ihre Freundin ja das Beste, was passieren konnte.


Ottl: Sie ist total happy, klar. Und mir macht es auch Spaß. Ich lerne dort neue Dinge, unterhalte mich über neue Themen, über Onlinemarketing, über Kooperationen mit anderen Sites.


ZEIT: Sie haben beim FC Bayern alle Jugendmannschaften durchlaufen, wurden vom ehemaligen Präsidenten Uli Hoeneß als Eigengewächs gelobt, das an der Reihe sei, den Ertrag aus der disziplinierten Ausbildung zu ernten. Warum konnten Sie sich trotzdem nie richtig bei den Bayern durchsetzen?


Ottl: Wenn man kein Ausnahmetalent wie Thomas Müller ist, dann muss man einen Umweg über einen anderen Verein gehen, um sich Akzeptanz zu erspielen. Philipp Lahm hat das ja auch gemacht. Sich nahtlos durchzusetzen ist bei Bayern schwierig, weil andauernd neue Stars eingekauft werden, die sich woanders bereits bewiesen haben und deren Verpflichtung sich für den Verein lohnen muss.


ZEIT: Werden die Stars protegiert?


Ottl: Sie haben einfach einen Status, den man als Nachwuchsspieler nicht hat. Aber sie sind eben auch erfahrener. Ich wurde also nach Nürnberg ausgeliehen und ging davon aus, bei erbrachter Leistung nach der Rückkehr in München eine Chance zu erhalten. Der Plan ging auf. Ich hatte ein sehr gutes halbes Jahr bei Bayern München unter Louis van Gaal, habe 17 Mal gespielt. Und dann kam Jupp Heynckes ...


ZEIT: ... und Sie wurden wieder nicht gebraucht. Lag es einfach daran, dass Sie zu schlecht waren?


Ottl: Natürlich habe ich mir gesagt, ich spiele bei dem Topverein Deutschlands, und es kann sich eben nicht jeder dort durchsetzen. Aber auch das ist richtig: Wenn man sehr jung ganz oben startet, dann fühlt sich alles andere erst mal wie ein Absturz an. Klar schmerzte der Abschied, das will ich gar nicht leugnen.


ZEIT: Haben Sie damals schon darüber nachgedacht, etwas ganz anderes zu machen?


Ottl: Etwas anderes als Fußball? Nie. Die Erkenntnis, auch mal Nein sagen zu können, die kam erst später. Ich habe das Fachabitur für die Karriere abgebrochen. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass man als Fußballer mit 16 in die Abhängigkeit von Trainern gerät.


ZEIT: Von Trainern?


Ottl: Ich habe sie alle erlebt, unterschiedliche Typen wie Felix Magath, Otto Rehhagel und Jürgen Klinsmann. Bei allen Gaben, die diese Trainer haben, sie können mit ihrer Sturheit einer Mannschaft jede Energie nehmen.


ZEIT: Hätten Sie egoistischer sein müssen?


Ottl: Bestimmt. Ich galt damals nicht zu Unrecht als der Brave, der, der sich schon fügt. Trainer arbeiten mit den Medien zusammen, um ihren Einfluss zu erhöhen. Vielleicht hätte ich mehr taktieren sollen, auch mit der Öffentlichkeit.


ZEIT: Wurden Sie als ehemaliges Juwel des FC Bayern in der neuen Mannschaft akzeptiert, oder gab es Neid?


Ottl: Das war kein Problem. Ich glaube, das lag daran, dass ich schon immer anders war.


ZEIT: Was bedeutet: anders?


Ottl: Ich habe nie Wert auf Schein gelegt. Hatte kein großes Auto. Weil ich nie viel Geld ausgegeben habe, kann ich mir das Leben momentan ja überhaupt leisten. Ich habe kein Tattoo, mochte noch nie taktieren. Ich wollte ausschließlich mit meiner Leistung überzeugen.




一些和小队相关的零散报道


…Werner Kern strahlt. Er hört nicht auf zu reden, besser: er hört nicht auf zu schwärmen. Eine Heimatfilm läuft vor seinen Augen ab, wenn der Jugendleiter des FC Bayern München über Andreas Ottl spricht.


"Mei, der Andi, so a liaber Bua. Der war schon immer ein Musterprofi. Wenn andere nach dem Training ins Kino gegangen sind, hat er auf einem Platz mit Eisentoren hinter dem Trainingsgelände weitergekickt. Der Andi und der Philipp hatten nur Fußball im Sinn."


Mit Philipp ist Philipp Lahm gemeint, Ottls Bezugsperson aus gemeinsamen Zeiten in der Jugend beim FC Bayern. Beide sind in München aufgewachsen, beide kamen mit elf Jahren zum FCB, beide wohnten im Jugendinternat an der Säbener Straße, beide wollten beim größten deutschen Verein groß rauskommen. Heute haben beiden denselben Berater und Ottl war als einziger aktueller Bayern-Spieler zu Lahms Hochzeit Mitte Juli eingeladen.


Wie Lahm vermittelt Ottl das Selbstverständnis dieses Vereins auf einfache, aber prägnante Art. "Ich bin hier groß geworden. Mir wurde das eingeimpft", sagt Ottl.




.... das Kartenspiel Schafkopf, das er auf seiner Homepage mit den Worten beschreibt „Einfache Regel: Immer an Ottl zahlen!“ 


„Wenn jemand in Bayern vom Kartenspielen oder Karteln redet, meint er Schafkopfen. In München habe ich sehr oft mit Philipp Lahm, Thomas Müller und unserem Physio gespielt. Schafkopfen werde ich vermissen. Bei Hertha wird eher Skat gespielt.“



评论

热度(2)

  1. 未成曲调Elf 转载了此文字
    哈哈哈我也是迷之喜欢凹凸!